Astaxanthin – Immunsystem stärken

Bei Astaxanthin handelt es sich um einen Wirkstoff, der auch in Plankton und Grünalgen zu finden ist. Des Weiteren produzieren ihn auch einige Pflanzen, Pilzen und Bakterien. Fressen Tiere die Träger des Wirkstoffes, so verfärben sie sich rot. Dementsprechend enthalten auch Lachse, Schalentiere oder Krebse natürliche Anteile dieses Farbstoffes. Neben dem natürlichen Wirkstoff gibt es auch industriell hergestellte Produkte, die aus der Alge Haematocuccus pluvialis gewonnen werden, die vorwiegend in Israel bzw. in Hawaii zu finden ist. Industriell produziertes Astaxanthin ist zum Verzehr meist nicht zugelassen, manchmal wird der Wirkstoff auch zur Färbung von Zuchtlachsen verwendet. Chemisch gesehen gehört Astaxanthin zu den Carotinoiden, genauer gesagt zur Untergruppe der Xantophylle.

Unterschiede zwischen synthetischem und natürlichem Astaxanthin

Die höchste Konzentration von Astaxanthin wird von der Blutregenalge produziert. Die Blutregenalge ist eine Grünalge, die man vorwiegend in Frischwasser findet. Wenn ein Frischwasserbecken austrocknet, so nimmt die UV-Strahlung zu und der Nährstoffgehalt verringert sich. Als Folge davon produziert die Blutregenalge Astaxanthin, und zwar so viel, dass der Zellapparat der Grünalge rot leuchtet. Aufgrund der antioxidativen Eigenschaften von Astaxanthin werden die Zellen der Grünalge geschützt und sie kann auch rauere Bedingungen überleben. Auch bei einer vollständigen Verdunstung des Wassers kann die Alge aufgrund des Wirkstoffs Monate oder sogar Jahre überleben.

Allerdings ist eine Kultivierung der Alge in großer Menge äußerst schwierig, da der technische Prozess dafür sehr aufwändig ist. Aus diesem Grund stellen manche Produzenten Astaxanthin synthetisch her, wobei allerdings wesentliche molekulare Unterschiede zwischen künstlichen und natürlichen Präparaten bestehen. Manche Hersteller deklarieren die Produkte dann als „naturidentisch“, jedoch ist zu beachten, dass natürliches Astaxanthin fast zur Gänze verestert ist, was bedeutet, dass an den Enden des Moleküls natürliche Fettsäuren zu finden sind. Industriell produziertes Astaxanthin ist hingegen komplett unverestert.

Die Wirkung von Astaxanthin

Astaxanthin erlangte vor allem aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften an Bekanntheit. Vom menschlichen Organismus kann es zwar nicht zu Vitamin A umgewandelt werden, es wirkt aber dennoch Zellschäden entgegen. Diese Zellschäden werden durch reaktive Sauerstoffteilchen oder UV-Licht ausgelöst und sorgen auch für eine frühzeitige Zellalterung. Einige Studien zeigen, dass man mithilfe von Astaxanthin sogar Zellschäden, die eine Krebserkrankung hervorrufen können, reduzieren kann. Durch den Wirkstoff werden einige Entzündungsbotenstoffe nicht freigesetzt, wodurch er auch zur Therapie verschiedenster entzündlicher Erkrankungen eingesetzt werden kann. Produkte, die Astaxanthin enthalten, wirken auf eine ähnliche Art und Weise wie Antiallergene sowie Cortison in abgeschwächter Form. Zudem kann Astaxanthin auch UV-Schädigungen am Auge vorbeugen, gegen freie Radikale bzw. oxidativen Stress wirken, die Haut widerstandskräftiger machen sowie für eine rasche Regeneration der Muskeln sorgen. Zu beachten ist, dass der Wirkstoff schlecht wasserlöslich ist, daher sollte man ihn immer mit einer Mahlzeit einnehmen, die Fett oder Öl enthält. Nach erfolgter Einnahme gelangt Astaxanthin über das Blut in die Leber, wo eine Verstoffwechslung mithilfe unterschiedlicher Leberenzyme erfolgt. Im Anschluss daran werden die Abbauprodukte über Galle bzw. Darm wieder ausgeschieden.

Was versteht man unter oxidativem Stress?

Gesunde Zellen werden durch aggressive Sauerstoffverbindungen bzw. freie Radikale beschädigt, wodurch Alterungsprozesse beschleunigt werden und das Risiko für bestimmte Erkrankungen steigt. Oxidativer Stress führt beispielsweise zu trockener und faltiger Haut, Muskel- und Gelenkschmerzen, verstopften Arterien, zu Konzentrations- und Gedächtnisverlust, verschwommenem Sehen bzw. zu einem verminderten Energieniveau. Astaxanthin hat eine immunstärkende Wirkung, sodass die weißen Blutkörperchen Eindringlinge besser zerstören können.

Was sind Antioxantien?

Ein Antioxidans ist eine chemische Verbindung, die Oxidationen verhindern bzw. verlangsamen kann. Es gibt unterschiedlichste Antioxidantien, eines der wirkungsvollsten ist allerdings Astaxanthin. Antioxidantien spielen für unseren Organismus eine wesentliche Rolle, da sie Radikalfänger sind. Ein besonderes Merkmal von Astaxanthin ist, dass es die Doppellipidschicht der Membran vollständig durchspannt und dadurch sowohl in das Zelläußere als auch in das Zellinnere hineinragt. Andere Antioxidantien wirken hingegen nur im Zelläußeren bzw. im Zellinneren. Aufgrund seiner Molekülstruktur kann sich Astaxanthin quer einlagern, wodurch freie Radikale abgefangen werden können.

Bei welchen Beschwerden wird Astaxanthin eingesetzt?

Astaxanthin kommt bei verschiedensten Beschwerdebildern unterstützend zum Einsatz, dazu gehören beispielsweise Diabetes, Arthrose, Entzündungen, Augenprobleme und Magenerkrankungen. Außerdem kommt es auch zur Entgiftung, zum Anti-Aging, zur Leistungssteigerung bzw. als Sonnenschutz zum Einsatz. Personen, die Astaxanthin über einen längeren Zeitraum einnehmen möchten bzw. die unter einer schweren Erkrankung leiden, sollten aber auf jeden Fall zuvor einen Mediziner konsultieren.

Erfahrungen haben gezeigt, dass Astaxanthin unsere Lebensqualität steigern und unser Wohlbefinden verbessern kann. Darüber hinaus wird auch das Immunsystem gestärkt und der Wirkstoff kräftigt das Haar und sorgt außerdem für glatte Haut. Da mithilfe von Astaxanthin auch freie Radikale gebunden werden können, wird der Wirkstoff auch gegen Falten eingesetzt, außerdem kann man durch eine Einnahme auch einem Sonnenbrand vorbeugen, jedoch sollte zusätzlich dazu auch ein äußerlicher Sonnenschutz aufgetragen werden.

Da Astaxanthin auch zu einer besseren Durchblutung unserer Sehnerven beiträgt, kann man damit Grauem bzw. Grünen Star vorbeugen und Augenentzündungen lindern. Im Gegensatz zu Beta-Carotin oder Vitamin C ist der Wirkstoff in der Lage, die Blut-Netzhaut-Schranke zu überwinden und kann somit sämtliche Zellen im Augenbereich schützen. Damit ist Astaxanthin eines der bekanntesten und wirkungsvollsten Augenmittel überhaupt.

Durch oxidativen Stress treten oftmals auch Beschwerdebilder wie zum Beispiel Blähungen oder Übelkeit auf. Astaxanthin fängt die freien Radikale ein, wodurch die Beschwerden dann aufgelöst werden.

Bei Diabetikern vom Typ 2 ist die Bauchspeicheldrüse wegen des zu hohen Blutzuckerspiegels unter Stress, was zu Nierenfunktionsstörungen bzw. Zellschädigungen führen kann. Mithilfe von Astaxanthin können diese Prozesse reduziert werden.

Des Weiteren kann der Wirkstoff auch bei Bluthochdruck bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden. So werden beispielsweise weniger Gefäßablagerungen gebildet, wodurch sich das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall vermindert. Eine Studie hat gezeigt, dass sich bei übergewichtigen Personen der sogenannte LDL-Spiegel („schlechtes Cholesterin“) nach einer Einnahme von Astaxanthin über einen Zeitraum von 12 Wochen signifikant reduzierte, mit einer weiteren Studie fand man zudem heraus, dass das HDL („gutes Cholesterin“) mithilfe von Astaxanthin angehoben werden konnte. Darüber hinaus kann der Wirkstoff die Arteriengesundheit unterstützen, da er die Oxidation von LDL minimiert, wodurch die Arterien weniger verstopfen und das Blut besser zirkulieren kann.

Auch unser Gehirn zeigt eine große Anfälligkeit für oxidativen Stress, gleichzeitig können hier auch zahlreiche freie Radikale entstehen, die vom Körper nur sehr schlecht bekämpft werden können. Werden Nervenzellen jedoch beschädigt, so können sich diese kaum regenerieren. Tritt oxidativer Stress im Gehirn über Jahre auf, so führt dies zu irreversiblen Schäden und zu Krankeiten wie Alzheimer bzw. Parkinson. Eine regelmäßige Einnahme des Wirkstoffs schützt gegen freie Radikale sowie oxidativen Stress und unser Gehirn kann auch im Alter seine Funktionstüchtigkeit erhalten. Studienergebnisse haben gezeigt, dass der Wirkstoff die Blut-Gehirn-Schranke durchdringen kann, wodurch die Gehirnzellen besser geschützt werden als durch andere Antioxidans.

Darüber hinaus wirkt Astaxanthin auch positiv bei Gelenkschmerzen, Rheuma und Arthrose. Durch freie Radikale wird ständig Gewebe abgebaut, wodurch Gelenkschmerzen auftreten können. Eine Studie hat hier gezeigt, dass Gelenkschmerzen nach einer Einnahme acht Wochen deutlich gelindert werden konnten.

Darüber hinaus besteht auch eine klare Verbindung zwischen erhöhter Muskelstärke und Caratinoiden. Entzündungen bzw. oxidativer Stress können Ermüdungserscheinungen und muskuläre Probleme hervorrufen. Astaxanthin kann hier helfen, dass sich während dem Sport keine Milchsäure bildet, die zu Muskelschmerzen führen kann. Darüber hinaus trägt es auch zur Steigerung der Ausdauer bei. Daher ist der Wirkstoff auch bei Sportlern sehr beliebt, da das Training dadurch angenehmer und leichter wird.

Spermien sind ebenfalls oxidativem Stress ausgesetzt. Aus diesem Grund kann ihre Qualität und in weiterer Folge auch die Zeugungsfähigkeit abnehmen. In einer Studie fand man heraus, dass die Samenqualität sowie die Morphologie, Geschwindigkeit und Beweglichkeit der Spermien durch eine Astaxanthin-Einnahme verbessert werden konnte.

Auch bei der Entgiftungstätigkeit der Leber können freie Radikale entstehen. Wenn der Körper unter Medikamenten, schlechte Ernährung oder Umweltgiften leidet, so muss die Leber um einiges mehr entgiften, wodurch die Entstehung freier Radikaler ebenfalls zunimmt. Daher sind die Leberzellen darauf angewiesen, dass sie ausreichend mit Antioxidantien versorgt werden, da ihre Entgiftungsfähigkeit sonst nachlässt. Mithilfe von Astaxanthin kann die Entgiftung unterstützt werden, außerdem werden bestimmte Enzyme produziert, die einen Schutz vor Leberkrebs bieten.

Die Zellen unseres Immunsystems reagieren ebenfalls sehr empfindlich auf Schädigungen, die aufgrund von freien Radikalen entstehen. Die Zellmembran setzt sich vorwiegend aus ungesättigten Fettsäuren zusammen und ist für freie Radikale ein wichtiges Ziel. Astaxanthin schützt die Zellen vor freien Radikalen, sodass die Immunsystem-Abwehr erhalten bleibt. Eine Studie konnte zudem zeigen, dass sich die Niveaus der B- und T-Zellen durch die Einnahme von Astaxanthin deutlich erhöht, wobei diese als Schlüsselzellen unseres Immunsystems gelten. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass durch den Wirkstoff auch Entzündungshemmer herabgesetzt und weniger schmerzauslösende Enzyme gebildet werden.Indem die körpereigenen Killerzellen mobilisiert werden, sinkt auch das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Einnahme und Dosierung von Astaxanthin

Pro Tag wird normalerweise eine Dosierung von 4 mg bis 12 mg empfohlen, wobei man Astaxanthin zumindest über einen Zeitraum von zwei Monaten einnehmen sollte. Da der Wirkstoff ein fettlösliches Caratinoid ist, sollte man ihn immer gemeinsam mit einer Mahlzeit einnehmen, da dadurch unser Stoffwechsel angeregt wird. Kapseln können aber auch ohne Mahlzeit eingenommen werden, da der Wirkstoff gemeinsam mit einem Öl in der Kapsel zu finden ist, sodass keine zusätzliche Fettzufuhr benötigt wird. Am Markt werden viele verschiedene Präparate angeboten. Zu beachten ist, dass das gewählte Produkt den natürlichen Wirkstoff und nicht einen synthetisch hergestellten Wirkstoff enthält. Die Produkte sind normalerweise auch für Menschen, die Gluten nicht vertragen, geeignet, zudem ist in ihnen auch keine Laktose enthalten. Für die Präparate gibt es allerdings keine EU-Bio-Zertifizierung, daher können sie als Bio-Variante nicht erworben werden. Neben den Kapseln gibt es Astaxanthin auch in Form von Tabletten, allerdings liegt der Wirkstoff hier nicht in bereits gelöster Form vor. Die Tabletten muss man daher immer mit einer Mahlzeit, in der Fett enthalten ist, einnehmen. Eher seltener wird Astaxanthin in Pulverform eingenommen, da das Pulver relativ schnell oxidiert. Ein Vorteil bei Pulvern ist allerdings, dass die Dosierung sehr individuell erfolgen kann und dass sie auch als Zutat für ein Dressing oder einen Smoothie verwendet werden können.

Astaxanthin in Lebensmitteln

Außerdem ist der Wirkstoff auch in Fisch wie beispielsweise Lachs sowie in Algen zu finden. Eine weitere sehr gute Quelle ist das sogenannte Krillöl, in dem etwa 8mg Astaxanthin enthalten sind, verglichen mit Lachs, der pro 100 g einen Gehalt von 2mg Astaxanthin aufweist. Zudem ist Krillöl auch ein sehr guter Omega-3-Fettsäuren-Lieferant, insbesondere von EPA- und DHA-Fettsäuren. Durch das Astaxanthin bleiben die Omega-3-Fettsäuren geschützt und man kann mithilfe von Krillöl sowohl den Bedarf an Astaxanthin als auch an Omega-3-Fettsäuren abdecken.

Astaxanthin und Nebenwirkungen

Im Normalfall treten bei der Einnahme von Asthaxanthin keine Nebenwirkungen auf, in Einzelfällen können jedoch allergische Reaktionen auftreten. Studien beweisen, dass der Wirkstoff normalerweise über einen Zeitraum von zwei Monaten sehr gut vertragen wird. Vorsichtig sein sollten Personen mit einer Krustentieren-Allergie, da der Wirkstoff oftmals auch aus diesen Tieren gewonnen wird.

Darüber hinaus sollte man beachten, dass es nach der Einnahme der Carotinoids zu einem Anstieg des Cytochrom P450-Enzym-Werts kommen kann. Dieser Wert ist dafür verantwortlich, dass Arzneimittel abgebaut werden. Einige Medikamente werden daher nach der Einnahme des Wirkstoffes schneller als sonst zerlegt, wodurch deren Wirkung beeinträchtigt wird. Wer neben Astaxanthin andere Arzneimittel einnimmt, sollte daher zuvor mit einem Arzt sprechen. Auch bei Stillenden, Schwangeren, Jugendlichen und Kindern sollte eine Einnahme nur unter Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Astaxanthin-Präparate werden als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und man sollte vor allem darauf achten, dass man auch ein hochwertiges Produkt erwirbt, auf dem auch die Herkunft ersichtlich ist, damit man eventuelle allergische Reaktionen auch ausschließen kann.

Fazit

Aufgrund seiner Molekülstruktur ist Astaxanthin ein sehr wichtiger Radikalfänger. Das Antioxidans verfügt über polare Endgruppen und eine langkettige Struktur, wodurch es in der Lage ist, die Zellmembran zu überziehen und vor oxidativem Stress schützt. Das ist wichtig, da oxidativer Stress verschiedenste Erkrankungen auslösen kann. So führt er zum Beispiel zu Muskel- und Gelenksschmerzen, verschwommenem Sehen, Gedächtnisverlust oder verstopften Arterien. Zudem ist oxidativer Stress auch für trockene Haut, Altersflecken oder ein vermindertes Leistungsniveau verantwortlich. Aus diesem Grund muss man den Körper vor freien Radikalen schützen. Mithilfe von Astaxanthin ist es möglich, freie Radikale sowohl in fettlöslichen als auch in wasserlöslichen Zellmembran-Bereichen zu neutralisieren. Astaxanthin nimmmt die Energie der freien Radikale auf, in weiterer Folge wird dann Iod zersetzt. Zudem verhindert Astaxanthin eine Schädigung der umgebenden Zelle, sodass die negativen Auswirkungen auf unseren Organismus unterbrochen werden können. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Schäden aufgrund von freien Radikalen, daher ist die Aufnahme von Antioxidantien wie zum Beispiel Astaxanthin in ausreichender Menge von großer Bedeutung.